Zwischen La Bresse und dem Ballon d’Alsace liegt Le Thillot, ein Vogesenort an der Kreuzung des Moseltals mit den großen Pässen. Ruhige Kleinstadt mit einigen weniger bekannten Schätzen.

Les Hautes Mynes: detaillierter Besuch

Die Hautes Mynes du Thillot sind eines der einzigartigsten Kulturerbestätten der Vogesen. Es handelt sich um ehemalige Kupferabbau-Stollen, die vom 16. bis 18. Jahrhundert von den Herzögen von Lothringen betrieben wurden und eine strategische Ressource für Kanonen und Münzprägung lieferten.

Dauer und Ablauf: etwa 1,5 Stunden geführte Tour, bei der man mit Helm und Stirnlampe (bereitgestellt) in die unterirdischen Stollen eindringt. Der Führer erklärt die damaligen Abbautechniken, die Lebensbedingungen der Bergleute (Arbeit bei Öllampe, Einsturzrisiken, Vergütung), sowie die wirtschaftliche und politische Geschichte des Standorts. Ein Teil des Besuchs findet außen auf dem archäologischen Gelände statt, wo die Überreste der Erzaufbereitungsanlagen sichtbar sind.

Preise: etwa 10 € Erwachsener und 7 € Kind (Richtwerte, vor dem Besuch beim Standort prüfen). Gruppenrabatte und Ermäßigungen für Familien.

Temperatur in den Stollen: die Temperatur beträgt ganzjährig konstant 12°C in den Stollen. Selbst mitten im Sommer ist eine Weste oder leichte Jacke unbedingt erforderlich. Im Winter erzeugt die Temperaturdifferenz zwischen außen (manchmal -5°C) und den Stollen eine besondere, nach ein paar Minuten fast komfortable Atmosphäre.

Praktische Tipps: ab 8 Jahren laut den Empfehlungen des Standorts. Personen mit Klaustrophobie können manche Abschnitte unangenehm finden, da die Stollen stellenweise niedrig und eng sind. Geschlossene Schuhe Pflicht (der Boden ist feucht und uneben). Reservierung im Juli-August und in den Schulferien empfohlen. Kostenloser Parkplatz am Gelände.

Architektonisches Erbe: Stiftskirche Saint-Paul

Die Stiftskirche Saint-Paul ist das sichtbarste Denkmal von Le Thillot. Hauptsächlich im 15. und 16. Jahrhundert erbaut, zeigt sie eine Mischung aus Flamboyant-Gotik und lothringischer Renaissance. Das Innere bewahrt Holzgestühl aus dem 17. Jahrhundert und Kirchenfenster regionaler Machart. Der Glockenturm bietet vom Tal aus einen schönen visuellen Orientierungspunkt.

Les Plombs du Thillot: dieser Ortsteil, einige Kilometer vom Ort entfernt, verdankt seinen Namen den ehemaligen Blei-Schmelz- und Aufbereitungsaktivitäten im Zusammenhang mit dem Bergbau. Überreste der Industrieanlagen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind dort vorhanden, in das archäologische Gelände der Hautes Mynes integriert.

Die Fußgängeraltstadt: das Zentrum von Le Thillot bewahrt einige Fußgängergassen mit Bürgerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Zeugen des Wohlstands der Stadt in der Industriezeit (Textil und Metallurgie). Mehrere Häuser weisen Fassaden aus fein behauenem rosa Vogesensandstein auf.

Wandern: Forstwege und GR5-Verbindung

Le Thillot ist Ausgangspunkt oder Etappe mehrerer Wanderwege:

Die Forstwege von Le Thillot: ein Netz markierter Wege (gelb und rot) startet vom Ort und steigt in die Buchen- und Tannenwälder auf, die die umliegenden Hänge bedecken. Mehrere 2- bis 4-stündige Schleifen ermöglichen Ausblicke auf das obere Moselletal und die Gipfel der südlichen Vogesen. Einfaches bis mittleres Niveau.

GR5-Verbindung: der berühmte GR5, der die Niederlande mit Nizza über die Vogesen verbindet, führt in der Nähe von Le Thillot. Eine markierte Verbindung erlaubt es, den GR5 vom Ort aus in etwa 45 Gehminuten zu erreichen. Einmal auf dem GR5 kann man Richtung Ballon d’Alsace (3 bis 4 Stunden nordwärts) oder südlicher Vogesen (Richtung Bussang im Süden in 2 Stunden) weiterlaufen.

Wanderung zu den Hautes Mynes: ein pädagogischer Weg namens “Bergmannspfad” startet am Gelände der Hautes Mynes und zeichnet die Geschichte des Bergbaus durch entlang des Wegs aufgestellte erklärende Tafeln nach. Schleife von etwa 5 km, einfaches Niveau, Dauer 2 Stunden.

Radfahren: Le Thillot in der Ballon d’Alsace-Runde

Le Thillot ist eine natürliche Etappe in der Radsport-Runde des Ballon d’Alsace, einem der großen Klassiker des Vogesener Radsports. Der Aufstieg zum Ballon d’Alsace von Le Thillot (Vogesenseite) ist ein historischer Pass: er war der erste Alpine Pass bei der Tour de France, im Jahr 1905. Der Anstieg von Le Thillot auf der Vogesenseite beträgt etwa 12 km für 700 Hm, mit 8-9% Rampen im oberen Teil. Die Forststraße bietet Panoramen auf die südlichen Vogesen.

Für Radfahrer, die von La Bresse starten, verbindet eine klassische Schleife La Bresse mit Le Thillot (Abfahrt über die D486, 15 km), steigt zum Ballon d’Alsace auf, fährt elsässisch ab (Masevaux oder Burnhaupt) und kehrt über die Pässe zurück. Strecke von 80 bis 100 km je nach Variante, 1500 bis 2000 Hm+.

Le Thillot mit Bussang und der Planche des Belles Filles kombinieren

Diese drei Orte bilden ein ideales Dreieck für eine ein- bis zweitägige Runde:

Bussang (10 km südlich von Le Thillot): Vogesendorf bekannt für das Théâtre du Peuple, 1895 gegründet, eines der ältesten noch aktiven Volkstheater Europas. Die Moselquelle befindet sich einige Kilometer vom Dorf entfernt. Der Col de Bussang (731 m) markiert die historische Grenze Lothringen-Elsass.

La Planche des Belles Filles (45 km über die Haute-Saône): Gipfel berühmt durch die Tour de France seit 2012. Das Panorama vom Gipfel (1148 m) auf die Vogesen und die Alsatische Ebene ist außergewöhnlich. Der Anstieg von Le Thillot aus ist mit dem Fahrrad an einem sportlichen Tag machbar.

2-Tages-Vorschlag: Tag 1: Le Thillot (Hautes Mynes morgens, Ballon d’Alsace nachmittags). Tag 2: Col de Bussang morgens, La Planche des Belles Filles per Rad oder Auto, Rückkehr über La Bresse.

Unterkünfte in Le Thillot

Le Thillot bietet einige praktische Unterkünfte für einen Aufenthalt in diesem Vogesengebiet:

Hotel de la Gare: Logis de France, in der Nähe des Bahnhofs und des Stadtzentrums. Doppelzimmer ab 60-70 € pro Nacht. Traditionelles Vogesenrestaurant. Praktisch für Radfahrer (Fahrradraum auf Anfrage).

Gästezimmer: mehrere Adressen im Ort und in umliegenden Weilern, von Einheimischen geführt. Herzliche Atmosphäre, Frühstück mit regionalen Produkten. Preise von 55 bis 75 € das Doppelzimmer.

Warum in Le Thillot statt La Bresse übernachten: 20 bis 30% günstigere Preise, garantierte Ruhe außerhalb der Saison, schneller Zugang zum Ballon d’Alsace und zur Haute-Saône. Dafür kein nahes Skigebiet im Winter.

Gastronomie

Le Thillot hat mehrere gute Metzgereien bewahrt, bekannt für Andouilles und mit Vogesenholz geräucherte Würste. Ideal für den Picknickkorb im Chalet. Der Wochenmarkt am Dienstagvormittag versammelt lokale Produzenten und Lebensmittelhandwerker.

Basis oder Ausflug

Le Thillot eignet sich als günstige Naturbasis oder als Station einer Vogesenrunde. 30 Min. von La Bresse, 20 Min. vom Ballon d’Alsace. Buchen Sie ein Chalet in La Bresse als Basis für die Erkundung dieses Vogesenwinkels.

Häufig gestellte Fragen

Kann man die alten Thillot-Minen besichtigen?

Ja, Les Hautes Mynes bieten Führungen durch die Kupferstollen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Ein außergewöhnliches Erlebnis ab 8 Jahren.

Wie weit von La Bresse?

Etwa 30 Autominuten über den Col des Croix.

Wann ist Markttag?

Dienstagvormittag im Stadtzentrum.

Öffnungszeiten Hautes Mynes?

Vor allem Mai bis September, eingeschränkt im April und Oktober. Im Winter geschlossen. Reservierung empfohlen.

Ebenfalls lesenswert