Die Fauna der Vogesen: ein Schatz, der Geduld erfordert
Die Wälder und Hochlagen der Hautes-Vosges rund um La Bresse beherbergen eine vielfältige Wildtierfauna, die Besuchern oft unbekannt ist. Hirsche, Rehe, Wildschweine, Luchse, Greifvögel, Amphibien: das wilde Leben ist überall präsent, aber es will verdient sein. Hier ist der Leitfaden, um Ihre Beobachtungschancen zu maximieren.
Die Säugetiere der Vogesen
Der Rothirsch
Der Rothirsch ist der König des Vogesenwaldes. Man sieht ihn vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung in großen Lichtungen und Waldrändern. Die spektakulärste Zeit ist die Brunft (September bis Mitte Oktober): bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang stoßen die Hirschmännchen tiefe Rufe aus, die durch das ganze Tal hallen. Ein unvergessliches Schauspiel.
Die Wälder rund um La Bresse, insbesondere in Richtung Col du Bramont und Moselottetal, sind gute Beobachtungsgebiete. Nähern Sie sich lautlos, mit dem Wind im Rücken, und bleiben Sie bewegungslos stehen.
Das Reh
Viel häufiger als der Hirsch ist das Reh in allen Vogesenwäldern zahlreich vertreten. Es kommt morgens früh und am späten Nachmittag in die Waldränder. Familien mit Kitzen sind von Mai bis Juli auf den Wiesen zu sehen. Nähern Sie sich Kitzen nie allein: die Mutter ist immer in der Nähe.
Das Wildschwein
Tagsüber scheu, zeigt das Wildschwein seine Anwesenheit durch Wühlspuren (umgegrabener Boden) auf Waldwegen. Direkte Beobachtungen sind im Morgengrauen oder nachts möglich. Nähern Sie sich nie Bachen mit Frischlingen, die aggressiv sein können, wenn sie sich bedroht fühlen.
Der Eurasische Luchs
Der Luchs ist das Geistertier der Vogesen. In den 1980er Jahren wieder angesiedelt, zählt das Massiv heute einige Dutzend Exemplare. Ihn tagsüber zu sehen ist äußerst selten. Nächtliche Ansitze mit spezialisierten Führern ermöglichen es manchmal, ihn zu hören (charakteristisches Miauen) oder seine Spuren auf verschneiten Wegen im Winter zu entdecken.
Die Vögel der Vogesen
Das Auerhuhn
Das emblematische und streng geschützte Auerhuhn der Vogesen ist im Massiv vom Aussterben bedroht. Im Wald sind Ruhezonen ausgewiesen, um es während seiner Balz (März-Mai) zu schützen. Respektieren Sie diese markierten Zonen unbedingt.
Der Rotmilan
Der Rotmilan ist einer der schönsten Greifvögel Europas mit seinem rötlichen Gefieder und dem charakteristischen gegabelten Schwanz. Er kreist über den Kämmen und Wiesen auf Beutesuche. Von März bis Oktober in den Vogesen präsent, ist er von den Kammwanderwegen leicht zu beobachten.
Der Schwarzspecht
Am mächtigen Trommeln auf Baumstämmen und seinem schrillen Ruf erkennbar, ist der Schwarzspecht der größte europäische Specht. Er nistet in alten Buchenwäldern mit großen Stämmen. Suchen Sie ihn akustisch in ruhigen Wäldern, fernab belebter Gebiete.
Amphibien: der Feuersalamander
Der Feuersalamander ist das Wahrzeichen der Vogesen. Mit seinen leuchtend gelben Flecken auf schwarzem Grund ist er unverkennbar. Man findet ihn auf feuchten Waldwegen nach dem Regen, hauptsächlich von März bis Oktober. Gebiete mit Quellen und Bächen sind am günstigsten.
Eine Sommernacht nach einem kräftigen Regen ist der ideale Zeitpunkt, um sie in großer Zahl auf Straßen und Waldwegen zu beobachten. Gehen Sie mit einer Taschenlampe, aber achten Sie darauf, wohin Sie treten: Salamander überqueren die Wege.
Tipps für respektvolle Beobachtung
Die goldene Regel ist Diskretion. Gehen Sie langsam, sprechen Sie leise, tragen Sie dunkle Kleidung und nähern Sie sich stets mit dem Wind im Rücken (Hirsche und Wildschweine nehmen den Menschengeruch von weit her wahr). Ein Fernglas (8x42 oder 10x42) ist unverzichtbar.
Versuchen Sie nie, Wildtiere zu füttern: das stört die Tiere und macht sie vom Menschen abhängig. Nehmen Sie keine scheinbar verlassenen Jungtiere auf: ihre Eltern sind fast immer in der Nähe.
Naturführer bieten organisierte Ausflüge ab La Bresse an: eine ausgezeichnete Möglichkeit, Anzeichen der Tieranwesenheit lesen zu lernen und Ihre Beobachtungschancen erheblich zu steigern.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es Luchse in den Vogesen rund um La Bresse?
Ja, der Eurasische Luchs ist in den Vogesen-Wäldern vorhanden, aber äußerst scheu. Spuren und Nachweise seiner Anwesenheit werden regelmäßig gefunden. Ihn zu sehen bleibt außergewöhnlich und erfordert einen nächtlichen Ansitz mit einem spezialisierten Führer.
Was ist die beste Jahreszeit, um Hirsche in den Vogesen zu beobachten?
Die Brunftzeit (September-Oktober) ist die spektakulärste Periode: die Hirsche röhren in der Dämmerung und im Morgengrauen. Es ist auch die Zeit, in der sie in Lichtungen am sichtbarsten sind.
Kann man Störche in der Nähe von La Bresse sehen?
Störche nisten vor allem in der Rheinebene des Elsass und in Niederlothringen. Auf dem Zug (März-April und August-September) überfliegen sie manchmal die Vogesenkämme. Das Breuschtal und die Umgebung von Colmar sind die besten Plätze für nistende Störche.
Sind Feuersalamander gefährlich?
Nein, der Feuersalamander ist für Menschen ungefährlich. Seine Haut sondert einen leicht giftigen Schleim ab, der Fressfeinde abschreckt, ist aber bei Berührung ungefährlich. Beobachten Sie ihn, ohne ihn aufzunehmen, um ihn nicht zu stressen.
Gibt es geführte Ausflüge zur Tierbeobachtung rund um La Bresse?
Ja, Bergführer und Naturschutzverbände organisieren nächtliche Ausflüge oder Morgenexkursionen, um die Vogesen-Fauna zu beobachten. Das Tourismusbüro von La Bresse vermittelt die Kontakte.