Die Hirschbrunft in den Vogesen findet jedes Jahr von Mitte September bis Mitte Oktober statt, mit einem Höhepunkt in der letzten Septemberwoche. Rund einen Monat lang hallen die Staatswälder rund um La Bresse und Gérardmer vom tiefen, rollenden Röhren brunftiger Hirsche wider. Es ist eines der eindrucksvollsten Naturereignisse des Vogesen-Herbstes: unaufdringlich, aber zugänglich, wenn man weiß, wohin man gehen und wie man sich verhalten soll.

Warum der Hirsch röhrt

Das Röhren ist das akustische Signal der herbstlichen Brunft. Der männliche Rothirsch nutzt diesen kraftvollen, gurgelnden Ruf gleichzeitig für zwei Zwecke: Hirschkühe anlocken und Rivalen abschrecken oder herausfordern. Auf dem Höhepunkt der Saison röhrt ein dominanter Hirsch wiederholt und ausdauernd, mitunter mehrmals pro Minute. Der Klang trägt weit durch den Wald, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Luft kühl und ruhig ist.

Das ist keine organisierte Veranstaltung: Es ist natürliches Verhalten, das Geduld und Stille erfordert.

Hörzonen bei La Bresse

Der Staatswald Gérardmer (rund 4.700 ha laut ONF) ist das Referenzgebiet für die Hautes-Vosges. Er ist von La Bresse, Cornimont, Ventron, Vagney und Liézey über ein Netz markierter Wanderwege erreichbar. Mehrere Lichtungen und Waldränder in der Höhe bieten in der Dämmerung gute akustische Bedingungen.

Der Höhepunkt verschiebt sich von Jahr zu Jahr. Erkundigen Sie sich zu Saisonbeginn beim örtlichen Tourismusbüro oder einem Naturführer nach den aktuellen Bedingungen.

Beste Zeiten und Bedingungen

  • Dämmerung (ab Sonnenuntergang): das beste Zeitfenster
  • Morgendämmerung (bei Sonnenaufgang): zweiter Höhepunkt, weniger Besucher
  • Tagsüber: Hirsche röhren selten, Tagestouren sind für das Zuhören wenig sinnvoll

Günstige Bedingungen: klarer Himmel, kühle Temperaturen (unter 10-12°C), kein Wind. Regen und Wind überdecken die Geräusche und stören die Tiere.

Verhaltensregeln (ONF-Richtlinien)

Die Office National des Forêts hat klare Regeln aufgestellt, nicht um das Leben schwer zu machen, sondern weil ein gestörter Hirsch sofort aufhört zu röhren und das Gebiet verlässt.

Was man nicht tun sollte:

  • Einen Hund mitbringen, auch nicht an der Leine
  • Eine Taschenlampe oder einen Kamerablitz benutzen
  • Helle oder geräuschvolle Stoffe tragen (zum Beispiel raschelndes Gore-Tex)
  • Parfüm oder stark riechende Produkte verwenden (Hirsche riechen Menschen aus großer Entfernung)
  • Versuchen, sich zu nähern, den Weg eines Hirsches zu blockieren oder Lärm zu machen

Was man tun sollte:

  • Auf markierten Wegen bleiben
  • Schweigend am Waldrand Stellung beziehen, mit dem Wind im Gesicht
  • Dunkle, geräuschlose Kleidung und wasserdichte Schuhe tragen
  • Regungslos warten, bis der Hirsch ruft

Ein brunftiger Hirsch kann aggressiv werden, wenn man zu nahe herankommt oder sich zwischen ihn und seine Hirschkühe stellt. Abstand und Diskretion sind die zwei goldenen Regeln.

Empfohlene Ausrüstung

  • Warme, dunkle Kleidung (die Temperatur fällt nach Sonnenuntergang im Oktober im Wald schnell)
  • Leise, wasserdichte Schuhe
  • Fernglas (um Silhouetten am Waldrand zu erkennen)
  • Infrarot-Monokular oder Fernglas für Abendtouren
  • Kein Parfüm, keine sichtbare Stirnlampe

Geführte Touren: die zuverlässigste Option

Örtliche Anbieter in den Hautes-Vosges bieten geführte Brunfttouren an, mit Abfahrt am späten Nachmittag und einem Führer, der die derzeit aktiven Gebiete kennt. Die ONF empfiehlt, eine von Fachleuten geführte Tour einer Erkundung auf eigene Faust vorzuziehen; das erleichtert auch die Einhaltung der Ruheregeln.

Die Naturprogramme wechseln von Jahr zu Jahr. Erkundigen Sie sich vor der Abfahrt beim Tourismusbüro nach den angebotenen Touren und nach den Zufahrtsbedingungen zu den Waldwegen.

Kombinieren mit

Wer im Herbst wegen der Brunft nach La Bresse kommt, kann die Saison mit weiteren Naturausflügen verbinden. Die Herbstfarben in den Vogesen bieten zudem Anlass für Waldwanderungen tagsüber. Das Pilzesammeln in den Vogesen findet auf denselben Wegen und in denselben Wochen statt. Für die Planung Ihres Aufenthalts empfehlen wir unseren Ratgeber Was tun in La Bresse und unsere Seite über Allerheiligen-Urlaub in La Bresse.

Unsere Chalets in La Bresse sind im Oktober verfügbar und bieten eine ideale Ausgangsbasis für Dämmerungstouren: voll ausgestattete Küche für eine Thermoskanne, Parkplatz vor Ort, in Waldnähe.

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Hirschbrunft in den Vogesen dauert von Mitte September bis Mitte Oktober und ist am besten in der Dämmerung zu hören, im Staatswald Gérardmer. Absolute Regeln: Stille, dunkle Kleidung, keine Hunde, kein künstliches Licht, auf den Wegen bleiben. Eine geführte Tour gibt Ihnen die besten Chancen auf ein unvergessliches Erlebnis, ohne die Tiere zu stören.

Der La-Bresse-Guide, Sommerausgabe

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Häufige Fragen

Wann findet die Hirschbrunft in den Vogesen statt?

Die Brunftzeit dauert von Mitte September bis Mitte Oktober, mit einem Höhepunkt in der letzten Septemberwoche und Anfang Oktober. Der genaue Zeitpunkt variiert je nach Temperaturen und Wetter.

Wo kann man die Hirschbrunft in der Nähe von La Bresse hören?

Der Staatswald Gérardmer (rund 4.700 ha laut ONF) ist das Referenzgebiet für die Hautes-Vosges, erreichbar von La Bresse, Cornimont, Ventron und Vagney. Die örtlichen Tourismusbüros geben zu Saisonbeginn an, in welchen Bereichen die Brunft aktiv ist.

Zu welcher Uhrzeit geht man zum Brunftröhren in den Wald?

In der Dämmerung (Sonnenuntergang) und in der Morgendämmerung. Rothirsche röhren tagsüber selten. Geführte Touren starten in der Regel am späten Nachmittag, vor Einbruch der Dunkelheit.

Kann ein Brunfthirsch gefährlich sein?

Ja. Ein brunftiger Hirsch kann aggressiv werden. Halten Sie ausreichend Abstand und vermeiden Sie es, sich zu nähern, seinen Weg zu versperren oder sich zwischen ihn und seine Hirschkühe zu stellen.

Braucht man einen Führer, um das Brunftröhren zu hören?

Nicht unbedingt auf markierten Wegen, aber örtliche Anbieter organisieren geführte Touren. Die ONF empfiehlt, eine von Fachleuten geführte Tour einer Erkundung auf eigene Faust vorzuziehen.

Darf man einen Hund zu einer Brunfttour mitbringen?

Nein. Die ONF rät dringend davon ab, einen Hund mitzunehmen, auch an der Leine. Geruch und Anwesenheit des Tieres stören die Hirsche und verderben das Erlebnis für die ganze Gruppe.

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