Weniger bekannt als der Hohneck, bietet der Grand Ventron (1.204 m) ein 360°-Panorama, das Kenner als eines der schönsten des Massivs einstufen.

Warum hinauf

Von der Orientierungstafel am Gipfel erstrecken sich die Vogesenkämme vom Ballon d’Alsace bis zum Donon, die Elsass-Ebene, der Schwarzwald und an außergewöhnlichen Tagen die Schweizer Alpen. Viel weniger besucht als der Hohneck: oft herrscht Stille.

Geologie: ein Sandsteingipfel im Granitmassiv

Der Grand Ventron ist einer der seltenen Vogesengipfel, der teilweise aus Vogesen-Sandstein besteht, im Gegensatz zum vorherrschenden Granitsockel des Massivs rund um den Hohneck. Dieser rosa Sandstein, vor etwa 250 Millionen Jahren (Perm) entstanden, ist der Ursprung der warmen Töne, die die Gipfelfelsen im Streiflicht des Abends annehmen. Der Sandsteinuntergrund beeinflusst die Bodenzusammensetzung und damit die Vegetation.

Blütenflora der Ventron-Hochweiden

Die Gipfelhochweiden des Ventron beherbergen eine bemerkenswerte Höhenflora, die von markierten Wegen aus zugänglich ist:

  • Wilde Narzissen (Narcissus poeticus): die Blüte ist im Mai spektakulär, die Nordost-Hänge des Gipfels bedecken sich mit Weiß.
  • Heidelbeersträucher (Vaccinium myrtillus): bedecken die Hänge von den Waldrändern bis zu den Hochweiden. Heidelbeeren reifen im Juli-August.
  • Besenginster (Cytisus scoparius): intensive gelbe Blüte im Mai-Juni an geschützten Hängen.
  • Heidekraut (Calluna vulgaris): bedeckt die armseligsten Böden, rosa-violette Blüte im August-September, die die Hochweiden verwandelt.
  • Gelber Enzian (Gentiana lutea): sichtbar im Juli, seine großen gelben Röhrenblüten wachsen in den offensten Zonen.

Fauna: mögliche Beobachtungen am Ventron

Der Ventron ist ein sehr gutes Terrain zur Beobachtung der Vogesen-Fauna:

Gämsen: regelmäßig an offenen Hängen sichtbar, besonders früh morgens (vor 9 Uhr) und am späten Nachmittag. Familien mit Kitzen sind im Juni-Juli zu beobachten. Distanz wahren und nicht nähern, besonders in der Setzzeit.

Hirsche: präsent in den bewaldeten Mulden an den Nord- und Osthängen des Ventron. Das Röhren (Ruf des Hirsches während der Brunftzeit) ist in der Nacht und früh morgens im September-Oktober vom Gipfel oder Waldrändern aus zu hören.

Wildschweine: kommen in den Wäldern rund um den Ventron vor, meist dämmerungs- oder nachtaktiv. Man findet ihre charakteristischen Wühlflächen am Waldrand.

Greifvögel: Mäusebussard allgegenwärtig, Sperber jagend am Waldrand. Kornweihe manchmal auf den Hochweiden bei der Migration beobachtbar.

Insekten: die Hochweiden des Ventron beherbergen zahlreiche Schmetterlingsarten.

Empfohlene Route

Ab Ventron Dorf:

  • Strecke: 9 km Schleife
  • Höhenmeter: 500 m
  • Dauer: 3h30

Aufstieg durch den Buchenwald, allmählicher Übergang auf die Hochweiden, Ankunft am Gipfel über den Südkamm. Abstieg auf der anderen Seite für eine abwechslungsreiche Schleife.

Familientaugliche Wanderung: Variante ab Col d’Oderen

Der Col d’Oderen (884 m) ist der zugänglichste Ausgangspunkt für Familien mit Kindern.

Kurzvariante ab Col d’Oderen:

  • Hin- und Rückweg: 5 km
  • Höhenmeter: 320 m
  • Dauer: 2h bis 2h30 mit Kindern
  • Niveau: leicht bis mittel
  • Ab 7 Jahren zugänglich mit guter Ausrüstung

Der Weg ab Oderen ist gut ausgeschildert, gleichmäßiger Anstieg durch die Hochweiden, keine exponierten oder technischen Passagen. Kinder von 7-9 Jahren meistern ihn ohne besondere Schwierigkeit, wenn das Tempo angepasst wird. Früh ankommen für die besten Chancen, Gämsen zu beobachten.

Praktische Ratschläge für die Familie:

  • Picknick am Gipfel empfohlen (Orientierungstafel, freier Blick)
  • Auch im Sommer warme Kleidung mitnehmen (häufiger Wind am Gipfel)
  • Fernglas für die Gämsen
  • Hunde an der Leine auf den Hochweiden (empfindliche Wildtiere)

Beste Saison je nach Ziel

SaisonHauptinteresse
MaiNarzissen in Blüte, Gämsen mit Kitzen, frische Luft
Juni-JuliMaximales Grün, frühe Heidelbeeren, lange Tage
AugustReife Heidelbeeren, blühendes Heidekraut, angenehme Wärme
OktoberHerbstfarben, rote Buchen, Streiflicht
WinterSchneeschuhe, Stille, verschneite Landschaft, aber windiger Gipfel

Der Bauernhof-Gasthof Ventron

Auf der Hauptroute ab Ventron Dorf bietet der Bauernhof-Gasthof das traditionelle Marcaire-Menü an: herzhafte Tarte, geräuchertes Fleisch, Tofailles (gebratene Kartoffeln), Munster mit Kümmel und Heidelbeertarte. Holzofenkochen, authentisches rustikales Ambiente.

Reservierung unbedingt erforderlich, besonders an Wochenenden von Juni bis September. Der Gasthof empfängt Gruppen, aber die Plätze sind begrenzt: mindestens 5-7 Tage im Voraus anrufen.

Die Öffnung ist saisonal: in der Regel von Ende Mai bis Ende September, nur an Wochenenden außerhalb von Juli-August. Öffnungsdaten vor der Planung der Route prüfen.

Kurzvariante

Ab dem Col d’Oderen, 1h30 hin und zurück bei 300 Höhenmetern. Ideal am späten Nachmittag für den Sonnenuntergang. Parkplatz am Pass, Wanderschuhe empfohlen.

Anfahrt ab La Bresse

La Bresse zum Col d’Oderen: die D34 Richtung Cornimont nehmen (etwa 12 km, 20 Minuten). Ab Cornimont der D486 Richtung Saint-Amarin und Col d’Oderen folgen. Gesamtfahrtzeit ab La Bresse: etwa 45 Minuten.

La Bresse nach Ventron Dorf: gleiche Abfahrt Richtung Cornimont, dann Richtung Ventron über die D43. Gesamtfahrtzeit: etwa 40 Minuten.

Gut zu wissen

  • Oft starker Wind am Gipfel
  • Offenes Plateau, kein Schutz bei Gewitter
  • Quelle am Gipfel, Filtern empfohlen

Der Ventron ist ein großartiger Plan B an vollen Hohneck-Tagen.

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Häufig gestellte Fragen

Wo startet man die Besteigung des Grand Ventron?

Drei Ausgangspunkte: Ventron Dorf, Col d'Oderen und Cornimont. Am kürzesten ist Oderen (1h30 hin und zurück), am längsten Cornimont (4h).

Ist die Wanderung kindertauglich?

Ja, ab etwa 8 Jahren für die Schleife ab Ventron, sofern schon etwas Wandererfahrung vorhanden ist. Die Variante über den Col d'Oderen ist leichter und für jüngere Kinder geeignet.

Gibt es Wasser unterwegs?

Eine Quelle fließt nahe dem Gipfel, Filtern wird empfohlen. Besser genügend Vorrat mitnehmen, besonders im Sommer.

Was sieht man bei klarem Wetter?

Von der Orientierungstafel aus die Vogesenkämme vom Ballon d'Alsace bis zum Donon, die Elsass-Ebene, den Schwarzwald und an außergewöhnlichen Tagen die Schweizer Alpen.

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